4. Forderung
Zurzeit müssen alle wichtigen Schutz- und Auffrischungsimpfungen (Ausnahme teilweise bei Kindern und Jugendlichen) privat bezahlt werden, weil Impfungen als präventive Maßnahme betrachtet werden und den Sozialversicherungs- trägern der gesetzliche Auftrag zur Krankheitsprävention fehlt. Eine Konsequenz davon ist etwa, dass sich viele BürgerInnen, vor allem jene mit geringem Einkommen, nicht alle Impfungen leisten, die notwendig wären (laut Impfempfehlungen des Obersten Sanitätsrates). Generell ist die Impfbereitschaft bzw. Durchimpfungsrate zu gering, um gefährliche Krankheiten zu stoppen.
Dieses Manko im österreichischen Gesundheitssystem – man muss erst krank werden, damit Medikamente bezahlt werden – gilt es dringend zu beheben. Ein klarer Präventions-Auftrag vom Gesetzgeber wäre notwendig. Das Forum Impfschutz setzt sich daher dafür ein, dass der Hauptverband der Sozialversicherungsträger den gesetzlichen Auftrag zur medizinischen Prävention erhält, sodass Impfungen in Zukunft stärker gefördert und unterstützt werden können.
Die Investition in mehr Schutzimpfungen und die Erhöhung der Durchimpfungsraten erspart nicht nur menschliches Leid, sondern bringt auch mittel- und langfristig erhebliche Einsparungen für die Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem (z. B. durch niedrigere Krankenstandszahlen und Krankheitsbehandlungskosten).
Ziel des Forums Impfschutz ist es folglich, die relevanten Partner im Gesundheitssystem von den klaren gesundheitspolitischen und ökonomischen Vorteilen der Schutzimpfung zu überzeugen, sodass rasch gesetzliche Änderungen in die Wege geleitet werden.






